Geschichtenerzähler Jusuf Naoum
Jusuf Naoum
Träger des Rheingau-Taunus-Kulturpreises
Jusuf Naoum, 1941 im Libanon geboren, kam 1964 nach
Deutschland und arbeitet nach wechselvoller Berufstätigkeit seit
1983 selbständig als freier Schriftsteller. Die im Orient einstmals so
bedeutende Institution des Märchen- und Kaffeehaus-Geschichten-
Erzählers versucht er zu erhalten. Er hat zahlreiche Bücher
geschrieben, sowie Hörspiele für das Radio und Drehbücher für das
Fernsehen veröffentlicht.
Fernsehen veröffentlicht.
Lesung am 19.11.2010 aus
“Karakand in Flammen”
Im Lande Karakand lebten zwei Volksstämme seit eh und je friedlich miteinander.
Beide entstammten demselben Geschlecht. Das Land war fruchtbar und das Meer
schenkte Fisch in Hülle und Fülle. So kannten dieMenschen weder Hunger noch
Leid, wenngleich sie in bescheidenen Verhältnissen lebten.
Doch eines Tages wurde eine Silbermine gefunden.
Mit diesem Tag brach eine düstere Zeit an: Unter den Bevölkerungsgruppen
entflammte ein mörderischer Bruderkrieg.
Eine Parabel über Krieg und Frieden.
Pressespiegel Wiesbadener Kurier
Vor dem Ernst kommt der Spaß
22.11.2010 - NIEDERNHAUSEN
NAHOST-KONFLIKT Schriftsteller Jusuf Naoum amüsiert sein Publikum in der Alten Kirche
(jeo). Eimer voller Tränen haben die Frauen geweint, als Abu al Abed seine
libanesische Heimat verließ, um sich in Deutschland zu integrieren. Jetzt steht
der arabische Kaffeehausgeschichtenerzähler leibhaftig im gut besuchten
Zentrum Alte Kirche und erzählt lautstark, unterstützt von weit ausholenden
Gesten, die hanebüchene Geschichte was ihm in München auf dem Oktoberfest
widerfuhr.
Eigentlich wollte ja der Schriftsteller Jusuf Naoum seinen neuen Roman
„Karakand in Flammen“ vorstellen, eine Parabel, die sich mit dem
Nahostkonflikt befasst. Aber nun ist ihm Abu al Abed zuvorgekommen, dessen
vergnügliche erste Deutschlanderfahrungen beim Publikum für permanentes
Glucksen und Lachen sorgen.
Dabei hat sich, genau genommen, Abu al Abed nicht vorgedrängelt, sondern
wurde als Alter Ego von Jusuf Naoum vorgeschickt. „Im Orient ist dass so.
Bevor man eine traurige Geschichte erzählt, muss man eine lustige Geschichte
erzählen“, hat Jusuf Naoum dem Publikum die Notwendigkeit von Abu al Abeds
Auftritt plausibel gemacht, dessen Fabulierfreude Naoum bereits in mehreren
Bänden festgehalten hat.
Ein kurzer Abriss des Nahostkonfliktes aus dem Blickwinkel seines
Geburtslandes Libanon leitet dann über zu Naoums drittem Roman „Karakand
in Flammen“, an dem der in Niedernhausen lebende deutschsprachige,
libanesische Schriftsteller zehn Jahre gearbeitet hat.
Es ist die Geschichte des Landes Karakand, in dem seit eh und je zwei
Volksstämme friedlich miteinander gelebt haben, die Ukuluk und die Bikarek.
Alle fünf Jahre tauschten ihre Könige die Regierungsmacht. Mit dem Tag der
Entdeckung der Silberminen bricht jedoch eine düstere Zeit an. Eine
Herausforderung für die junge Thronfolgerin Sunbula. Mit Weisheit, Toleranz und persönlichen Opfern kämpft sie
gegen Intrigen, Machtgier und blinden Hass.
Eine Parabel über Krieg und Frieden, sagt Naoum, Jahrgang 1941. Dass es aber kein Religionskonflikt ist, betont
der griechisch-orthodoxe Christ immer wieder, sondern dass es dabei um wirtschaftliche und um politische
Interessen geht.
Veranstaltet wurde der Erzählabend von der Buchhandlung Sommer in Zusammenarbeit mit dem Verein Alte
Kirche. Ein wunderbarer Erzähler sei Jusuf Naoum, sagte Buchhändlerin Ursula Schüller. Mit seiner Einladung in
die Alte Kirche habe man endlich einen immer wieder geäußerten Kundenwunsch erfüllen können.
Nacht der Phantasie
vergriffen
Guten Tag Alemania
Geb. 17.80 €
Karakand in Flammen
Geb. 22,- €
copyright Mallmann